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Stalingradparty

01. Februar 2008 –

Am 31. Januar jährt sich die Schlacht um Stalingrad zum 65. Mal. Die
Niederlage der deutschen Wehrmacht war der Anfang vom Ende des
Nationalsozialismus und damit ein Grund zum Feiern. Wir gratulieren der
Roten Armee zu ihrem Sieg und bedanken uns für die Befreiung von der
deutschen Barbarei. Die Entschärfung eines jeden einzelnen
Wehrmachtssoldaten war dabei ein Schritt in die richtige Richtung. Unser
Gedenken gilt an diesem Tag vor allem den über 500.000 Rotarmisten und
russischen Zivilisten, die der deutschen Mordmaschinerie zum Opfer fielen.

Auch dieses Mal versteht sich die Feier als Widerspruch zu einem
Gedenken an Stalingrad, welches den Hintergrund des deutschen Angriffs-
und Vernichtungskrieges ausblendet und die Deutschen als Opfer
stilisiert und dies nicht erst seit gestern. Gleichwohl kam diese
zutiefst deutsche Erinnerungskultur erst in den letzten Jahren so
richtig in Schwung: Günther Grass Novelle: »Wilhelm Gustloff«, Jörg
Friedrichs Buch »Der Brand« über die Schrecken des Bombenkriegs (der den
Deutschen doch so gut gefallen hatte, solange noch Städte wie etwa
Coventry ausradiert wurden und nicht etwa Dresden), oder die Diskussion
über ein »Zentrum gegen Vertreibung« sind wohl nur die markantesten
Beispiele.

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