Archiv

Deutsche Burschenschaften und die extreme Rechte

15. Mai 2008 – Infoveranstaltung mit Jörg Kronauer

Die Deutsche Burschenschaft, ein Dachverband von etwa 120 Burschenschaften aus
Deutschland und Österreich, macht immer wieder durch Rechtsaußen-Kontakte von
sich reden. Burschenschafter sind in extrem rechten Parteien aktiv (REP,
NPD), Burschenschaften bieten extrem rechten Referenten ein öffentliches
Forum oder werben in extrem rechten Zeitschriften um neue Mitglieder.

Derlei Rechtsaußen-Kontakte sind keine »Ausrutscher«. Sie erklären sich aus
der völkischen Ideologie, die zum Kern burschenschaftlichen Denkens gehört,
und erinnern an zahlreiche Handlungen und Beschlüsse der Burschenschaften
seit ihrer Entstehung im Jahr 1815. Völkischer Antisemitismus, völkische
Männermythen und völkische Großdeutschland-Politik durchzogen die
Burschenschaften schon im 19. und erst recht im frühen 20. Jahrhundert. Bis
heute finden solche Positionen in den traditionsbewussten Organisationen
Zulauf.

Der Vortrag beleuchtet Organisationsstruktur und Ideologie der
Burschenschaften, zeigt wichtige Elemente ihrer Geschichte auf und stellt
dar, wie innerhalb der Deutschen Burschenschaft immer wieder extrem rechte
Positionen zum Durchbruch kommen.

‹‹‹ zurück zum Archiv