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Anti-Wahllokal

28. September 2008 – Die Gruppe ZAK lädt zu Anti-Wahl-Kaffe/Bier/Limo

Am Sonntag öffnen sich die Pforten der Wahllokale zum wiederholten Mal. Aufgeregte, in Schlangen stehende Menschen sind dort zu finden, welche sonst üblicherweise nach einer harten Arbeitswoche entspannt vor dem Fernseher sitzen, andere gerade ihren Rausch ausschlafen oder etwa ganz verrückte, die sonst immer brav in die Kirche gehen, alle treffen sich dort, um zu wählen.

Dies nicht ohne Grund: schließlich leben sie in einer Demokratie, in der sie das Sagen haben. Volkssouveränität – so nennt sich das. Eine scheinbar gute Lösung, wenn sie denn tatsächlich ihren Freiheitsanspruch innehätte.
Die Legalität der Herrschaft über andere wird meist folgendermaßen begründet: Der Mensch sei dem Menschen ein Wolf, nur durch Herrschaft über ihn, durch den Staat sei sein Drang zur Bereicherung, so Thomas Hobbes, zu bändigen. Beginnend mit der »Glorious Revolution« in England etablierte sich über die Zeit dann auch die Wahl der Herrscher. Zuerst nur für den Adel vorgesehen, der den Monarchen einsetzte, wurde später daraus die Wahl der bürgerlichen Vertreter, wie sie heute immer noch existiert.
Die Freiheit, die also bei der Wahl propagiert wird, bezieht sich nicht auf Freiheit im eigentlichen Sinne, sondern sollte differenzierter als die Freiheit der Wahl der Herrschenden verstanden werden.

Ob diese Verhältnisse zu überwinden wären, um vielleicht doch noch zur Freiheit zu gelangen, wird in dem Kontext völlig ausgeblendet. Dagegen werden Herrschaft und Beherrscht werden als Naturgesetz erachtet und nicht mehr in Frage gestellt.

Diese Frage stellt sich die Gruppe ZAK jedoch schon und öffnet deswegen am Sonntag während der Öffnungszeiten der Wahlkabinen im Jugendclub Bureau die Pforten zum »Anti-Wahl-Lokal«.

Bei Kaffee, Bier und/oder Limo – genau so wie anderen Gaumenfreuden – können sich Interessierte mit Infomaterial und einem Büchertisch befassen.

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