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Thema Globalisierung

01. Oktober 2001 – Italienischer Journalist Azzellini spricht

Sulzbach-Rosenberg. (vb) ›Globalisierungsgegner‹ - ein Begriff, der spätestens seit den Ereignissen beim G-8-Gipfel in Genua in aller Munde ist. Was darunter zu verstehen sein soll und ob überhaupt die mehr als Hunder-tausend Menschen, die auf den Straßen der italienischen Stadt demonstrierten, so einfach unter einen Begriff zu fassen sind, werden Fragen sein, die Dario Azzinielli am 3. Oktober ab 20 Uhr im ›Mundschenk‹ in Sulzbach-Rosenberg zu beantworten versucht. Azzinelli, der von der Gruppe ZAK zu dieser Veranstaltung mit dem Titel ›Seattle, Prag, Göteborg, Genua - und wie weiter?‹ eingeladen wurde, ist Journalist, Kenner der italienischen Po-litik und außerdem Aktivist in linken Zusammenhängen.

Abgesehen von grundsätzlichen Anmerkungen zur ›Globalisierun‹ und ihren Gegnern wird sich Azzinelli im Speziellen der ursprünglich italienischen, mittlerweile aber in zahlreichen Ländern zu findenden Gruppe ›Tute Bianche‹ widmen und auf deren Geschichte und gedanklichen Hintergrund eingehen. Er wird deren Prinzip des ›Zivilen Ungehorsams‹ und ihr Verständnis von symbolträchtiger Politik behandeln sowie aus deren Blickwinkel eine Einschätzung des Stands der Bewegung gegen ›Globalisierung‹ geben, der die ›Tute Bianchi‹ als bedeutender Teil angehören. Dies verspricht besonders interessant zu werden, da gerade das sehr defensiv ausgerichtete Konzept dieser Gruppe nach der Erschießung eines Demonstranten durch die Polizei, Massenverhaftungen und Gewaltexzessen von Seiten der Staatsbeamten in Genua sich in einer völlig neuen Situation bewähren muß.

Aus sehr aktuellem und regionalem Anlaß wird auch noch zur Politik der neuen italienischen Regierung unter Berlusconi und der Beteiligung der Neofaschisten als zweitem Thema an diesem Abend referiert und diskutiert werden. Mitte Oktober nämlich wird Silvio Berlusconi als Stargast beim CSU-Parteitag in Nürnberg erscheinen. Für die Gruppe ZAK Grund genug, sich darauf inhaltlich vorzubereiten und über öffentlichkeitswirksamen Protest nachzudenken.

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