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Projektwochen gegen Rechts – Faschistische Ideologie und Herrschaft

17. Mai 2010 – Vortrag und Diskussion mit Alex Carstiuc in der »Hängematte«

Der Terminus Faschismus steht für die Tat von Auschwitz, den Zweiten Weltkrieg und andere Massenmorde. Unzählige Theorien und Analysen sind zu diesem Phänomen verfasst worden. Während Traditionskommunisten diesen als die Diktatur des reaktionärsten Teils des Kapitals sehen wollen, subsumieren darunter undogmatische Linke vor allem eine kleinbürgerliche Revolte gegen die Moderne. 
Die Bandbreite der als Faschisten etikettierten Personen reichte von Mussolini über General Pinochet zu Hitler. Konservative Kreise wollten gar »Linksfaschisten« und »rot lackierte Faschisten« entdeckt haben. Auch über die Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Bewegungen und Regime untereinander und mit dem deutschen Nationalsozialismus wurde und wird heftig diskutiert. Nach einer Phase der inflationären Verwendung des Begriffs in den sechziger bis siebziger Jahren ist heute hierzulande in den aktuellen Debatten eher von Totalitarimus, Extremismus oder vom Rechtsradikalismus die Rede. Im Fokus der »Analyse« stehen zumeist ohnehin nur wenige Personen der Führungsebene oder der Diktator Hitler selbst, seine Sekretärinnen, Freunde, Hunde und Fahrer … Die in der sozio-ökonomischen Verfasstheit der Gesellschaft liegenden Ursprünge sowie die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichenden Entstehungsbedingungen werden dabei geflissentlich übersehen, ignoriert, beziehungsweise auf das Faktum der Massenarbeitslosigkeit während der Endphase der Weimarer Republik reduziert. 

Alexander Carstiuc (Diplom-Sozialpädagoge) wird in seinem Referat eine Einführung und einen Überblick über die Entstehung, Ideologie, Geschichte, sowie Aktualität und globale Dimension des Phänomens Faschismus geben.

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