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Enough is Enough – Nachbericht

25. September 2010 – Redebeitrag der KAO

DAS RUHIGE HINTERLAND!?

Liebe Genossen und Genossinnen, liebe Freunde und Sympathisanten dieser Demonstration. 

Auch die KAO Amberg möchte sich zuallererst bei EUCH allen bedanken, dass ihr zu dieser Demonstration gekommen seid, um offen, lautstark und engagiert mit UNS allen unseren Protest gegen die Fehlentwicklung in Bezug mit dem politischen Umgang »Neofaschistischer Aktivitäten und Rechter Gewalt« in dieser »schönen« Stadt kundzutun und auf die Straße zu tragen. 

Seit vielen Jahren wird in Amberg eine existente neofaschistische Szene geleugnet. Große Schuld an dieser Ausblendung trägt die Stadtregierung. Es scheint doch gerade so, dass die Stadt Amberg eine Politik des großen Schweigens führt, um das Bild des »romantischen, friedlichen« Ambergs nicht zu schädigen.

Dass wir nun die Sache selbst in die Hand genommen haben, Ambergs Bevölkerung darauf hinzuweisen, was genau vor ihrer Haustür in jüngster Vergangenheit passierte und noch leider passieren wird, gefiel den Verantwortlichen der Stadt Amberg gar nicht.

Das ist eine traurige Resonanz. Anstatt UNS anzuklagen, dass wir das »Ansehen der Stadt Amberg« beschädigen würden, wäre es viel sinnvoller gewesen, wenn eine positive Reaktion gekommen wäre mit derAussage:

»JA, wir die Stadt Amberg unterstützen euch, denn euer Vorhaben, Amberg von Neonazis zu befreien, ist es wert«.

Es würde sich nämlich positiv auf die Stadtentwicklung auswirken, statt wie man es uns vorwirft, ihr zu schaden.

Würde die Stadt endlich das Problem sehen und sich von der »POLITIK DES VERDRÄNGENS UND IGNORIERENS« verabschieden, dann hätten wir hier ein großes ZEICHEN gesetzt, dass keiner Neonazis in seiner Stadt haben möchte und jeder hier deren Ideologie als verabscheuenswürdig erkennt. 

Wäre dies erst einmal publik, dann würde ein positiver Nachhall entstehen, so dass viele Amberger mit Stolz sagen könnten, »meine Stadt ist NAZIFREI« und andere Städte und Gemeinden würde davon inspiriert werden. Doch die Stadtregierung stellt sich weiterhin stur!!! 

So liegt es nun eben an uns, die Bevölkerung auch weiterhin auf das neofaschistische Problem in dieser Stadt hinzuweisen und eben nicht die ganze Sache zu ignorieren.

Anfang dieser Woche erhielt der Bezirksvorstand der ver.di Oberpfalz einen Brief vom Oberbürgermeister Dandorfer, indem er uns Unterstellungen vorwarf, dass der Flyer, welchen wir die Wochen und Tage vor dieser Demo austeilten, keinerlei sachlichen Bezug aufweise, dass man neofaschistische Aktivitäten in Amberg leugnen würde. Es gäbe ja bereits »Bündnisse«, welche die Bürger für rechtsradikales Gedankengut sensibilisieren. Leider hat es das Bündnis aber nicht geschafft, Amberg zur nazifreien Zone zu machen.

Hier wäre Nachhaltigkeit geboten gewesen!
Um der Stadt Amberg noch einmal ins Gewissen zu rufen, dass in dieser Stadt wenig bis gar nichts gegen Nazis getan wird und wurde, haben wir eine »kleine« CHRONIK über NAZIAKTIVITÄTEN zusammengestellt – und das allein für 2010.

 

Januar 2010
Bei mehreren Flugblattaktionen der »Nationalen Sozialisten Amberg« werden in der Innenstadt, an mehreren Schulen und bei Briefkastenverteilungen Flugblätter verteilt, in denen zur Zerschlagung der Gewerkschaften aufgerufen wird.

30. Januar
Die »Nationalen Sozialisten Amberg« organisieren gemeinsam mit dem »Widerstand Schwandorf« und anderen Nazikameradschaften eine Kundgebung in Schwandorf.

13. Februar: 2010
Große Beteiligung der »Nationalen Sozialisten Amberg« am Naziaufmarsch in Dresden.

19. März 2010
Die NPD Amberg unterstützt gemeinsam mit den »Nationalen Sozialisten Amberg« einen Infostand der NPD in Regensburg.

1. April 2010
Die NPD Amberg führt eine Saalveranstaltung in Amberg durch, auf der gegen ausländische Mitbürger gehetzt wird.

10. April 2010
Die »Nationalen Sozialisten Amberg« veranstalten eine Mobilisierungs- und Spendenveranstaltung für den Naziaufmarsch am 1. Mai in Schweinfurt. Im Anschluss findet, wie schon so oft, ein Konzert im »500« statt.

1. Mai 2010
Große Beteiligung der »Nationalen Sozialisten Amberg« an einem Naziaufmarsch in Schweinfurt. Anschließend begeben sich mehrere Nazis aus Amberg nach Sulzbach-Rosenberg, um dort zu randalieren und neonazistische Parolen zu schmieren.
Mehrere Antifaschisten werden von Nazis angegriffen und verfolgt. Am selbstverwalteten Jugendclub Bureau wird von Nazis das Telefonkabel gekappt.

Juni 2010
Auf dem Altstadtfest in Sulzbach-Rosenberg greifen Nazis mehrere Besucher vom Festrand aus an.

September 2010
Mehrere Nazis stören eine Mahnwache der ver.di Jugend zum Gedenken an Klaus-Peter Beer. Die Nazis verteilen Flugblätter und belästigen die jungen Gewerkschafter. Anstatt diese zu entfernen betrachten die anwesenden Ordnungshüter die Neonazis als Teil der Veranstaltung.

 

Außerdem sei angemerkt, das im »500« regelmäßig Rechtsrock-Konzerte stattfinden und dadurch Amberg eine Anlaufstelle für die menschenverachtende Ideologie der Nazis bietet. Dies wird von der Stadt ohne Protest geduldet.

Diese Aktivitäten sind nur ein kleiner Auszug aus unserer Chronologie des Jahres  2010, leider gibt es noch viele mehr.

Uns ist weiterhin schleierhaft, wieso die Stadt Amberg und deren Ordnungshüter immer noch keine Bedrohung sehen wollen.
Die Frage hierbei ist, ob man nur darauf wartet, dass es noch brutalere Übergriffe von rechter Seite geben muss, damit die Stadtregierung aufwacht und aktiv mit uns zusammen arbeitet.
Auch weiterhin werden wir nicht schweigen und unseren Protest weit und laut in die Welt hinaustragen.

Amberg muss erkennen, dass sich das neonazistische und neofaschistische Problem nicht von selbst löst, wenn man es totschweigt und dementiert.

Das ruhige Hinterland existiert nicht, die Stadt muss sich mit seinen  offensichtlichen Problemen auseinandersetzen und ein »nazifreies Amberg« anstreben!

Wir, die KAO , sind dafür auch gerne bereit mit der STADT gemeinsam zusammenzuarbeiten, damit braunes Gedankengut HIER keinen Nährboden mehr findet.

Unterstützt uns in der politischen Arbeit, Amberg von den Faschisten zu befreien, dies mag eine müßige, aber dafür sehr erstrebenswerte Aufgabe sein.

So wie es jetzt ist, kann und darf es nicht weitergehen.

ENOUGH IS ENOUGH!

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