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Enough is Enough – Nachbericht

27. September 2010 – Artikel von www.endstation-rechts.de

Amberg: Kein Problem mit Nazis?

Den Artikel zur Demo, mit Bildern und er der Chronik, von www.endstation-rechts.de findet ihr hier:
http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=5371:amberg-kein-problem-mit-nazis?&Itemid=798

 

Ungefähr 40 Rechtsextremisten versuchten am 25. September eine antifaschistische Demonstration in Amberg anzugreifen. Sie wurden gerade noch rechtzeitig von der Polizei gestoppt.

Wenige Wochen vorher wurde von der Polizei dagegen nichts unternommen, als die Neonazis vom »Freien Netz Süd« bzw. den »Nationalen Sozialisten Amberg« eine Mahnwache für den vor 15 Jahren von Nazis umgebrachten Klaus Peter Beer gestört haben. »Eine Versammlung lebt davon, dass Meinung und Gegenmeinung friedlich ausgetauscht werden« so Robert Hausmann, der Leiter der örtlichen Polizeiinspektion. Die Nazis verteilten Flugblätter, in denen zur Zerschlagung der Gewerkschaften aufgerufen und den Gegnern der Nazis »volksfeindliches« Verhalten vorgeworfen wurde. Nur eine zu tolerierende »Gegenmeinung«?

Beer, dem die Mahnwache galt, war am 7. September 1995 von zwei bekannten Neonazis umgebracht worden, weil er schwul war. 15 Jahre später hat sich die Stadt immer noch nicht mit dem Mord und den Hintergründen auseinander gesetzt, es gibt kein sichtbares Gedenken an das Opfer. Und es gibt keine Diskussion darüber, dass sich Rechtsextremisten immer mehr in Amberg und Umgebung festsetzen. Der Vorsitzende der Verdi-Jugend Stefan Dietl stellt dazu fest, dass das eigentliche Problem ist, dass man sich nicht eingesteht, dass es am Ort eine Naziszene gibt und wirft der Stadt eine Politik des Ignorierens und Verdrängens vor. Dagegen listet eine von der Verdi-Jugend erstellte Chronik die rechtsextremen Aktivitäten auf (siehe unten).  

 

Unter dem Motto »enough is enough« hatten Verdi-Jugend und zahlreiche andere Organisationen für den 25. September zu einer Demonstration gegen Rechts, gegen die Politik des Verdrängens aufgerufen, mehrere hundert Demokraten und Nazigegner folgten dem Aufruf.

 

Kurzfristig mobilisierten die Rechtsextremisten zu einer Demonstration und Kundgebung am gleichen Tag in Schwandorf, die allerdings begleitet wurde durch den sicht- und hörbaren Protest von vielen Menschen. Anschließend fuhren die Rechtsextremisten gemeinsam nach Amberg, wo sie dann, inzwischen personell verstärkt z. B. durch einen ehemaligen Bundestagskandidaten der NPD, versuchten, die antifaschistische Demonstration anzugreifen, zu stören. Aber Amberg hat ja kein Naziproblem …

 

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