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Freikultur-Kino

17. August 2010 – Kino für alle und zwar umsonst!

Es flimmerte rund um das Freikultur-Kino

Das Herz der Kinofreunde schlug dieses Wochenende wieder schneller! Am Freitag, den 13. und am Samstag, den 14. August fand zum siebten Mal das Freikultur-Kino des Jugendbeirats der Stadt Sulzbach-Rosenberg in Zusammenarbeit mit dem Jugendclub Bureau statt.

Nach einem ganzen Jahr Pause war es am Wochenende endlich wieder soweit: »Kino für alle und zwar umsonst!«. Das ist immer wieder das Motto der Filmabende am Waldmannstadl – im Hof hinter der Buchhandlung Volkert. Trotz des freikulturfreien 2009 haben die Besucherzahlen dieses Jahr erneut gezeigt, wie gern man sich der Filmfreude hingibt. Nicht mal das regnerische Wetter tat dem Event Abbruch, zum Film »Das weiße Band« fanden ungefähr 40 Leute Platz im Waldmannstadl und konnten warm und im Trockenen den Film verfolgen. »Das weiße Band« als Auftaktfilm eröffnete dieses Jahr das Freikulutr-Kino-Festival, der tiefgehende, schwere Film überzeugte das Publikum und machte deutlich, dass Film und Kino noch viel mehr bedeutet als Hollywood und Crash-Bash-Boom-Action.
Am Samstag flimmerte »Der Knochenmann«, der dritte verfilmte Teil der berühmten Wolf Haas Brenner-Krimis, unter freiem Himmel auf der großen Leinwand: »jetzt ist schon wieder was passiert … «, diesmal waren es in etwa 55 Leute, die totenstill in den ersten Minuten des Films gebannt auf die monoton röhrende Knochenmehlmaschine im Keller vom Löschenkohl-Wirt starrten. Der Film sorgte für viele Lacher, Runzeln, Schlucken und Empörung – in allen erdenklichen Variationen, außer im Negativen. Der dritte Brenner-Streifen wirkt noch derber und morbider, findet aber durch seine großartigen Dialoge und die Situationskomik immer mehr Liebhaber.

Der Jugendbeirat und der Jugendclub Bureau haben gezeigt, es gibt jetzt immer noch ein großes Interesse an Kunst und Kultur – ganz im Besonderen, wenn die Teilnahme am Angebot frei von dem Besitz an Geld und Eigentum ist. Filme werden gerne gesehen.  Kultur braucht nicht verkauft werden, Interesse an dem Medium Film kommt vom begeisterten Menschen selbst und nicht durch Markting. Wie wichtig es ist, dass das Freikultur seinen Platz in Sulzbach-Rosenberg hat, zeigten die hohen Besucherzahlen und die vielen positiven Rückmeldungen – und wer ganz genau hingehört hat, der konnte hier und da vernehmen, dass die Leute nicht genug bekommen konnten und sogar einen dritten Film im Programm freudig aufgenommen hätten.

Ein Jahr wird es jetzt dauern, bis es wieder heißt »Kino für alle, und zwar umsonst!«. 2011 wird sicher kein freikulturfreies Jahr. Wer es nicht erwarten kann, der sollte nach der Sommerpause auf das Programm des Jugendclub Bureaus achten: besuchen Sie im Internet die Seite www.jugendclub-bureau.de und informieren Sie sich oder abonnieren Sie den E-Mail-Newsletter, um auf dem aktuellen Stand zu sein, was Lesungen, Info- und Diskussionsveranstaltungen, musikalische-Themenabende, Filme und Parties angeht. Wem das noch nicht reicht, der ist jederzeit willkommen auf den regelmäßigen Kneipenabenden im Jugendclub Bureau – ein Projekt, das in Selbstverwaltung versucht, Alternativen zu bieten, neben dem sonst gängigen bloßen Konsumverhalten. Wer selbständig, aktiv und kreativ eigene Ideen und Vorstellungen umsetzen will, kann einfach zu einem der alle zwei Wochen stattfindenden offenen Plena im Jugendclub Bureau kommen, und einfach den eigenen Teil dazu beitragen, dass z.B. im nächsten Jahr vielleicht dreimal ein Highlight im Hinterhof vom Waldmannstadl flimmert.

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