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Die Mainzer in Berlin

25. März 2011 – Vortrag von Freke Over über das Leben und die Räumung der Mainzer Straße

Die historischen Ereignisse um 1989/90 schafften neue Möglichkeiten für die Hausbesetzer-Szene in Westberlin. Im sogenannten »Sommer der Anarchie« wurden 1990 in Ostberlin über 120 Häuser besetzt. Darunter waren auch 13 Häuser in der Mainzer Straße in Friedrichshain.

Die Menschen machten sich den massiven Leerstand von Wohnungen und der Inaktivität der Ostberliner Polizei zu nutze und entwickelten durch die Besetzungen alternative Lebenspraktiken. Mit der Wiedervereinigung wurde der Zuständigkeitsbereich für die Ostberliner Bezirke auf die westdeutsche Polizei übertragen und sie wandte die sogenannte »Berliner Linie« von 1981 an.

Am 13. November 1990 wurde schließlich die Mainzer Straße unter einem marterialistischen Polizeiaufgebot von fast 4000 Polizisten geräumt. Die massiven Ausschreitungen vor und während der Räumung der Mainzer sorgten dafür, dass ein Großteil der restlichen besetzten Häuser in Ostberlin legalisiert worden sind, wie zum Beispiel die Köpi 137, Liebig 14 und Riga 94.

Während des Vortrages wird der Referent darauf eingehen, wie die Hausbesetzer das Leben in der Mainzer gestaltet und organisiert haben und die Hintergründe und Konsequenzen der Räumung erläutern.

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