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Chile Themenreihe

27. April 2011 – Der Putsch Augusto Pinochets 2. Teil

Am 11. September 1973 kam es schließlich zum Militärputsch gegen die Regierung. Präsident Allende soll im Präsidentenpalast nach Zeugenaussagen und einer späteren Obduktion Selbstmord begangen haben. An dieser Darstellung waren jedoch immer wieder Zweifel aufgekommen. Hunderte seiner Anhänger kamen in diesen Tagen ums Leben, Tausende wurden inhaftiert. Sämtliche staatlichen Institutionen in ganz Chile waren binnen Stunden vom Militär besetzt. Die Macht als Präsident einer Junta übernahm General Augusto Pinochet.

Überall im Lande errichtete das Militär Geheimgefängnisse, wo Oppositionelle und deren Sympathisanten nicht selten zu Tode gefoltert oder unter anderem mit Flugzeugen hinaus aufs Meer geflogen und dort hinausgeworfen wurden.

Kurz nach der Machtübernahme Pinochets begannen auch die USA und die westeuropäischen Staaten wieder, Chile intensiv mit Wirtschaftshilfe zu unterstützen. Die Militärregierung machte die Verstaatlichungen Allendes rückgängig, führte neoliberale Wirtschaftsreformen durch und schaffte die Gewerkschaftsrechte ab.

In Deutschland erhielt die Regierung Pinochets lange Zeit aus den Reihen der CDU, vor allem aber der CSU, Unterstützung. So lobte Franz Josef Strauß 1977 bei seinem Besuch den Umsturz als „gewaltigen Schlag gegen den internationalen Kommunismus“. Es sei „Unsinn, davon zu reden, daß in Chile gemordet und gefoltert würde".

Insbesondere in der Colonia Dignidad einer streng bewachten Siedlung von Deutschstämmigen unter Führung von Paul Schäfer, wurde gefoltert. Die als Sekte geltende Einrichtung war etwa zehn Jahre vor der Machtübernahme Pinochets gegründet worden und soll während der Militärherrschaft als Folterzentrum für die chilenischen Geheimdienste gedient haben. Darüber hinaus soll sich die Colonia zu einem florierenden Konzern, der u. a. Titan nach Deutschland exportierte, entwickelt haben.

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