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Trotz Sommerpause:
Freiheit und Herrschaft – Hoch 2

30. Juli 2011 – Fortsetzung der Info- und Diskussionsveranstaltung

Beim ersten Termin zu diesem Thema am 13. Juli haben wir begonnen, unsere Thesen durchzusprechen:

Zwei Behauptungen über unsere Gesellschaft: 
1.
In unserer Gesellschaft darf man sich entscheiden, was man mit seinem Leben machen will. Man kann wählen, welchen Beruf man ergreift, wo man wohnt, mit wem man etwas zu tun haben möchte. Niemand darf einem das, was einem gehört, einfach wegnehmen; jeder darf sich bemühen, sein privates Vermögen zu vergrößern, sofern er dabei nicht die Rechte der anderen schädigt. Und man kann per Wahl mitentscheiden, wer in der Gesellschaft das Sagen hat, darf sich an der Diskussion über wichtige und unwichtige Themen beteiligen und seine Meinung sagen. 
2.
In unserer Gesellschaft übt der Staat Herrschaft über die Menschen aus, die auf seinem Hoheitsgebiet leben. Durch Rechtsvorschriften schreibt er den Menschen vor, was erlaubt und was verboten ist – in welchen Rahmen sie sich also betätigen müssen. Nur die Staatsorgane dürfen Gewalt anwenden, um Menschen zu Handlungen zu bewegen oder sie von Handlungen abzuhalten. Die Geltung der staatlichen Anordnungen hängt nicht davon ab, ob diejenigen, die davon betroffen sind, sie sinnvoll finden oder welche Meinung sie dazu haben. Er verfolgt also eigene Ziele, die oft in direktem Widerspruch zu den Anliegen der Bürger stehen.
Die Quizfrage: Sind beide Behauptungen falsch, beide wahr, eine wahr? 
Unsere These ist, dass beide Behauptungen wahr sind. Wir sind frei und beherrscht. Genauer gesagt: Freiheit kennzeichnet die Art und Weise, wie in unserer Gesellschaft Herrschaft ausgeübt wird. Freiheit ist kein Ideal, das der Staat verwirklichen will, um sich von einer Diktatur zu unterscheiden oder seine Mitglieder vor Unterdrückung zu schützen. Freiheit ist die Methode, auf die der Staat setzt, um seine Ziele zu erreichen. 
Wir wollen also erklären, was „die Herrschenden“ davon haben, ihren Untertanen Freiheit zu gewähren. Die Antwort finden wir in der Art und Weise, wie hierzulande das zum Leben Notwendige hergestellt und verteilt wird. Die Freiheit, sich selbst Zwecke zu setzen, bedeutet nämlich nicht, dass man auch die Sachen hat, die man zur Verwirklichung dieser Zwecke braucht. Im Privateigentum, so unsere These, liegt der Nutzen der Freiheit für die Herrschaft und einen Teil der Bevölkerung ebenso wie der Schaden für den anderen. 
Es soll sich dabei zeigen, was es für die Einzelnen, ob arm oder reich, bedeutet, unter einer Herrschaft zu leben, die Freiheit garantiert. Und auch, was so viele Einzelne an der Herrschaft durch Freiheit so sehr schätzen, dass sie diese bis aufs Messer verteidigen – allen negativen Erfahrungen zum Trotz. 

Am 30. Juni machen wir mit unserer Diskussion weiter, natürlich gibt es noch ein kurzes Update zu Beginn, was das letzte Mal angesprochen wurde. So können auch noch Leute hinzukommen, die vielleicht beim ersten Termin nicht kommen konnten.

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