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Refugee Tent Action

29. November 2012 – Die iranischen Flüchtlinge informieren über ihre Aktion Refugee Tent Action und geben einen Ausblick

 

Am 19. März 2012 begannen Flüchtlinge in Würzburg eine neue Ära des Protests gegen die unmenschlichen Lebensbedingungen und das miserable Asylrecht in Deutschland. Nach dem Selbstmord des iranischen Flüchtlings Mohammed Rahsepar, der die Lebensbedingungen im Würzburger Lager nicht länger ertragen konnte, errichteten die Flüchtlinge in Würzburg ein Protestcamp und traten in den Hungerstreik.

Schnell weitete sich der Protest auf zahlreiche Städte in Bayern und Deutschland aus und es entstanden weitere Protestcamps.

Am 08. September, nach 6-monatigem Kampf auf der Straße, beschlossen die verschiedenen Protestcamps, gemeinsam von Würzburg nach Berlin zu marschieren und dabei die Residenzpflicht, gegen die sie protestieren, öffentlich zu brechen.

Sie erklärten dabei:

»Wir, die streikenden und protestierenden Flüchtlinge in Deutschland, die einen 6-monatigen Kampf hinter sich haben, und uns aktuell in einem Protestmarsch von mehreren hundert Kilometern befinden, geben bekannt:

 

  1. Wir werden Abschiebungen abschaffen, weil wir überzeugt sind, dass der Lebensort eines Menschen allein auf seinem individuellen Willen und  seiner individuellen Entscheidung beruht und nicht auf den politisch-wirtschaftlichen Verhältnissen der Mächte, die Freiheit und Gerechtigkeit in ihren internationalen Schaufenstern täglich zur Schau stellen.

  2. Wir durchbrachen den eingekreisten Bewegungsradius der Residenzpflicht und unterlassen keine Tat, um ihn praktisch abzuschaffen, weil wir überzeugt sind, dass Bewegungsfreiheit eine der elementarsten Menschenrechte ist.

  3. Wir verweigern das erzwungene Leben in den Isolationslagern für Flüchtlinge und die Philosophie einer solchen elenden Erfindung. Das erzwungene Leben in den Isolationslagern gleicht Folter. Wir können nicht mehr Zeuge der tragischen Folgen vom Leben der Menschen in solchen Unterkünften sein.«

 

Am 06. Oktober erreichten sie nach 28 Tagen und 600 Kilometern Fußmarsch Berlin, um dort ihren Protest gegen die unmenschlichen Lebensbedingungen für Flüchtlinge in  Deutschland fortzusetzen. Seit ihrer Ankunft in Berlin und dem Beginn ihres dauerhaften Protests am Brandenburger Tor versuchen Behörden und Polizei alles um sie zu vertreiben.

Bisher ist es ihnen nicht gelungen.

Am 29. November berichtet ab 20 Uhr im Jugendclub Bureau Sulzbach-Rosenberg einer der protestierenden Flüchtlinge aus Berlin über den Kampf auf der Straße und die aktuelle Situation in Berlin.

 

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