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Refugee Strike

23. Dezember 2012 – Soliparty

Refugee Strike Soliparty

 

Es ist unumgänglich einzusehen, dass Flüchtlinge nicht aus Spaß aus ihrer Heimat fliehen. Sie tun es aufgrund sehr schwerwiegender Gründe, wie politischer Verfolgung oder unzumutbaren sozialen Verhältnissen, welche oft lebensbedrohlich für sie sind. In der Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Freiheit, setzen sie sich bei der Flucht großen Gefahren aus und lassen ihre gesamte Existenz, ihre Familien, Freundinnen und Freunde zurück.

 

Seit dem März 2012 entstanden als Teil eines deutschlandweiten Streiks der Flüchtlinge Protestzelte in mehreren Städten. Daraus folgte der über 600 km lange Protestmarsch von Bayern nach Berlin. Am 6. Oktober erreichte der Flüchtlingsmarsch aus den jeweiligen Protestzelten die Hauptstadt und errichtete dort zur Weiterführung des Kampfes das Protest Camp am Oranienplatz. Seitdem protestieren sie hier jeden Tag und jede Nacht gegen die unmenschlichen Bedingungen, denen Asylsuchende in Deutschland ausgesetzt sind. Und auch dort sind sie den Schikanen der Polizei und der Asylpolitik hilflos ausgeliefert. Schlaf- und Sitzverbote sowie die Abnahme jeglicher Decken und Jacken bei Minusgraden sind nur ein Teil der dort gängigen Repressalien. Rassistische Einstellungen und die Ausbeutung der Heimatländer von Flüchtenden sind die Gründe für diese Behandlung und werden durch politische Propaganda ermöglicht.

 

In Solidarität mit allen Flüchtlingen fordern sie unter anderem folgendes:

 

1) Stopp aller Abschiebungen

Der Genfer Flüchtlingskonvention zufolge darf ein Flüchtling nicht in ein Land ausgewiesen werden, wo ihm oder ihr eine Gefahr für Leben oder Freiheit droht. Durch die europäischen

Abschottungsstrategien und die deutsche Abschiebepraxis verlieren viele Flüchtlinge jedoch ihre Freiheit oder ihr Leben. Daher fordern wir den sofortigen Stopp aller Abschiebung und die Umsetzung des Rechts auf Asyl!

 

2) Abschaffung der Residenzpflicht

Residenzpflicht ist das Gesetz, das Flüchtlinge dazu zwingt, in einem vorgeschriebenen Landkreis zu verbleiben, und das sie durch Geld- und Gefängnisstrafen davon abhält, beispielsweise Verwandte in einem anderem Landkreis zu besuchen. Die Residenzpflicht muss endlich abgeschafft werden!

 

3) Abschaffung der Unterbringung in Lagern

Flüchtlinge werden von den deutschen Behörden gezwungen, in heruntergekommenen Lagern zu leben, abgeschnitten von der Gesellschaft und Angriffen durch Neonazis ausgesetzt. Mit einem Arbeitsverbot, zugeteilten Essenspaketen und verweigerten Sprachkursen werden die Flüchtlinge abgegrenzt und Integration somit bewusst verhindert. Wir fordern die Unterbringung von Flüchtlingen in angemessenen Wohnungen in einer selbstgewählten Region!

 

Um diese Vorhaben zu verwirklichen sind sie auf Eure Solidarität und Eure finanzielle Unterstützung angewiesen.

 

Deshalb veranstaltet der Jugendclub Bureau am 23.12.2012 eine SOLI-PARTY FÜR DEN PROTEST DER FLÜCHTLINGE (Refugee Strike Berlin), bei der ein Teil der Einnahmen gespendet wird.

 

Außerdem wird es Infomaterial und ein kleines Video geben, in denen die Ziele und Forderungen der Flüchtlinge genauer beschrieben werden, sowie eine Spendenbox, mit der ihr eure Solidarität

kundtun könnt.

 

Wir ermutigen alle Flüchtlinge und laden euch dazu ein, die Isolierung zu durchbrechen und sich unserem Protest anzuschließen!

 

Spendenkonto:    Förderverein Karawane e.V.
                                  Kontonummer: 40 30 780 800
                                  GLS Gemeinschaftsbank eG
                                  BLZ: 430 609 67

Verwendungszweck: “Protestmarsch Berlin”

Nähere Infos: http://asylstrikeberlin.wordpress.com/

 

 

 

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