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Mehr Zuckerbrot – weniger Peitsche

14. Mai 2003 – Ein Lob des Müßiggangs. Veranstaltung mit den Glücklichen Arbeitslosen.

Die Glücklichen Arbeitslosen: So nennt sich eine Gruppierung einiger subversiv begabter Langzeitarbeitsloser, die sich auf unkonventionelle Weise am Diskurs über das immer knapper werdende Gut Arbeit beteiligen. Seit ihrer Gründung 1996 verbreitet sie eine ketzerische Botschaft: Arbeit für alle werde es nie wieder geben, doch gerade dies sei eine historische Chance. Nicht mal nennenswert reduzieren lasse sich die Arbeitslosen-Quote. Maschinen arbeiten eben profitabler als Menschen – und das finden die Glücklichen Arbeitslosen auch ganz gut so. Erfülle sich doch mit der Automatisierung der Menschheitstraum von einem Leben ohne Arbeit. Jedoch würde dieser derzeit eher als Albtraum wahrgenommen: Wer keinen der begehrten Arbeitsplätze abbekommt, müsse sich auf Arbeits- und Sozialämtern schikanieren lassen oder werde in unnützen Pseudojobs geparkt. Andernfalls wird ihm jegliche Stütze gestrichen. Nicht die Arbeitslosigkeit indes sei das Problem, sondern Geldlosigkeit und gesellschaftliche Ächtung der Arbeitslosen. Entsprechend konsequent ist ihre Forderung nach einer angemessenen und bedingungslosen Entlohnung aller, die freiwillig auf Arbeit verzichten. Wie sie gedenken, diese Forderungen umzusetzen, wird das Gründungsmitglied Guillaume Paoli am Mittwoch, den 14. Mai um 20.00 Uhr im »Jugendclub Bureau« dem Publikum darlegen. Der »Star-Arbeitslose« (Financial Times Deutschland) wird sein Buch »Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche. Aufrufe, Manifeste und Faulheitspapiere der Glücklichen Arbeitslosen« vorstellen. Anschliessen wird sich eine Diskussion über diese »neue Ideologie, die um sich greift, wie ein Ölfleck« (Peter Glotz)

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