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Das negative Potential

10. Juni 2003 – Ein Interview mit Johannes Agnoli

Sulzbach-Rosenberg. (vb) »Das negative Potenzial. Ein Interview mit Johannes Agnoli« heißt der Film, der am Dienstag, 10. Juni, im Mundschenk-Kino zu sehen sein wird. Anlaß für die Vorführung dieses Films ist der Tod von Johannes Agnoli im Alter von 78 Jahren am 4. Mai diesen Jahres.

Johannes Agnoli, der sich in diesem Film in drei Gesprächen in seinem Haus in Italien über die Welt und seine Sicht auf diese äußert, war – obwohl schon Dozent für Politikwissenschaft an der Freien Universität in Berlin - einer der tragenden Akteure in der Studentenbewegung der 60er Jahre. Spätestens seit dieser Zeit wurde er mit Beinamen belegt wie »ein Staatsfeind auf dem Lehrstuhl«.

Agnoli hat sein Wirken und Schreiben zeitlebens in der Nachfolge von Karl Marx – zuweilen wurde er auch »ketzerischer Marxist« genannt – gesehen und sich dabei hauptsächlich um die Erweiterung der revolutionären Kritik von Marx durch eine Kritik des Staates und der Politik gekümmert. Dadurch wurde er schon früh zu einem Gegner von links für die Grünen und in den letzten Jahren zu einem Kritiker der sogenannten Globalisierungsbewegung. Das Erreichen seines Ziels, aus der Phase der »revolutionären Überwinterung« herauszukommen, konnte er nicht mehr erleben.

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