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Abel Paz ¡atención anarquista!

23. Juni 2003 – Der am spanischen Bürgerkrieg beteiligte Anarchist berichtet

Der spanische Bürgerkrieg und die in ihm angestrebte Revolution von 1936 bis 1939 waren vielleicht die bislang letzte Chance, dem unheilvollen und grausamen Geschichtsverlauf eine Wendung zu geben und die Schaffung einer Gesellschaft von Freien zu versuchen. Abel Paz, geboren 1921, war als junger anarchistischer Revolutionär an den Kämpfen dieser Zeit beteiligt, am Kampf gegen die Faschisten und am Kampf für die Befreiung, beides Kämpfe, die verloren wurden: Der Faschismus setzte sich durch, der deutsche Nationalsozialismus konnte nach der spanischen Generalprobe sein Vernichtungswerk in ganz Europa beginnen, der Gedanke an Emanzipation hatte eine seiner schweren Niederlagen erlitten, die bis heute noch nachwirkt. Für Abel Paz bedeutete dies persönlich zuerst viele Jahre Haft in den Gefängnissen Francos und in den deutschen Konzentrationslagern, später lange Jahre im französischen Exil.

Seine Erfahrungen und sein Wissen über diese Zeit hat Abel Paz niedergeschrieben, indem er die Biographie von Buenaventura Durruti verfaßte: »Durruti. Leben und Tode des spanischen Anarchisten«. Durruti gilt als die legendärste Figur unter den spanischen Anarchisten. Sein Leben war durchweg bestimmt von revolutionärem Engagement, vom oftmals militantem Kampf für die Befreiung an zahllosen Orten der Erde, in Spanien, in Frankreich, in Lateinamerika. Den spanischen Bürgerkrieg überlebte Durruti nicht. Er starb 1938. Anhand des Lebens dieses beinahe idealtypischen spanischen Anarchisten beschreibt Abel Paz in seinem Buch die fast in Vergessenheit geratenen revolutionären Kämpfe jener Zeit, die noch einmal die Hoffnung aufkommen ließen, daß das Schlimmste doch nicht kommen müsse, und in der diese Hoffnung jäh ermordet wurde.

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