Archiv

Kleinstadtlyrik aus dem Fax

02. Dezember 2004 – Konzert mit LimoLisaFax und Dem Raktenhund in der »Hängematte«

LimoLisaFax und Raketenhund philosophieren über gute alte Zeiten und das Leben

Sulzbach-Rosenberg. (cim) Sie sind älter geworden, die Jungs aus dem Mundschenk. Sie stehen nicht auf Phrasengedresche, die Jungs aus der Schenke. Sie haben ihre Meinung und ihre Ideale, die Jungs aus dem Mundschenk. All das verpacken sie in intelligente Punkrock-Songs, die Jungs von LimoLisaFax. Mit dem Raketenhund zündeten sie ein Punkrock-Konzert der Extraklasse in der Hängematte, in der sonst so NuMetallernen Bandlandschaft.

Kein Geschrei und keine harten Beats - einfach nur melodischer Punk. Die Sulzbach-Rosenberger und die Braunschweiger rockten die Hängematte wie es sich gehört – und das Tolle an der Sache: Man musste sich nicht schämen ihre Texte mit zu grölen. Aber der Reihe nach. Seit ihrem Auftritt beim Newcomer Festival im vergangenen Jahr, ist LimoLisaFax schneller geworden – von dem guten alten Drei-Akkord-Geschrubbe allerdings weit entfernt. Einfach guter progressiver Sound, mal wütend und mal rebellisch.

Aber die Musik allein ist es nicht, die LimoLisaFax ausmacht, es sind die Texte. Geschichten und Emotionen aus dem Leben, die jeder kennt. Das Alles mit einem gehörigen Schuss an Ironie: »Die Musik 'ne Einbahnstraße. Die Gespräche sind es auch. Selbstreferenz heißt das laut Wörterbuch. Desinteresse passt wohl auch«. Die Faxler erzählen aber auch von alten Freunden, die jetzt nur noch in der Erinnerung sind: »Es ist so öde, was du seit Stunden mir erzählst. Und einfach falsch, dass so schon alles richtig ist. Es tut mir leid, doch irgendwann ist halt mal Schluss. Und ich erinner' mich an Zeiten, da hab ich mehr von dir gewusst.« Nach den Faxlern bellte der Raketenhund »Raus aus Gartenstadt«, so auch ihr aktuelles Album. Ein Bild von »Gartenstadt« vermittelten die Fünf nicht nur in ihren Texten, sondern vor allem per Dia-Show – die gute alte Kleinstadtidylle. Es dauerte nicht lange, da hatte der Hund die Rakete gezündet und das Publikum Feuer gefangen. Feuer und Flamme für den »Heartcore«-Punksound: innen Punk und außen Herz. Melodischer Sound, der sofort in die Beine ging und teilweise an die Boxhamsters erinnerte. Klar, dass die Gäste mehr hören wollten, mehr von dem Raketenhund, mehr von »Gartenstadt«.

‹‹‹ zurück zum Archiv