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Und nun zu etwas völlig anderem!

05. Juni 1999 – Franz Dobler im Mundschenk

Alles gelogen. Völlig anders ist es nämlich nicht, was Franz Dobler am 5. Juni um 19.30 Uhr im Mundschenk zum Besten geben wird. Auch Franz Doblers Texte haben wenig mit dem Zeitgeist gemein, deshalb ist es auch mehr als gerecht, diese mitsamt Autor in der Reihe »Texte wider den Zeitgeist« vorzustellen. Weniger die verfehlte Politik, vielmehr das verfehlte Leben bestimmt die Prosa des Augsburgers. Und diese Prosa ist satirisch, zynisch, kritisch und sieht in dem Begriff »political correctness« mehr einen Kampfbegriff der Reaktion als eine Handlungsanleitung. Mit ganz privaten Geschichten macht Dobler klar, wie die Welt eigentlich aussieht. Daß diese dabei nicht gerade gut wegkommt, versteht sich von selbst. Von selbst versteht sich auch, daß er zur Lesung mit einer Auswahl seines Musikarchivs auch gleich sein Mittel gegen die Verzweiflung angesichts der realen Welt mitbringt. Wenn die Kritik ihm »großmäuligen bayerischen Realismus« zusteht, ihn gleichzeitig in der Tradition eines Oskar Maria Graf und als Apologet einer neuen »Pop-Generation« oder gar als »Pop-Gangster« sieht, würde Franz Dobler wohl antworten, daß sie damit verdammt recht hätten. 

Franz Dobler, geb. 1959, veröffentlichte u. a. den Roman »Tollwut«, verschiedene Erzählbände (»Falschspieler«, »Bierherz«), ist freier Mitarbeiter der Tageszeitung »Junge Welt« und liebt seine Musik. 
Seine neueste Veröffentlichung: »Nachmittag eines Reporters«, Belleville-Verlag

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